Frühkindliche Regulationsstörungen
Woran können sie erkannt werden, was sind die Ursachen und welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?
Die Geburt eines Babys bringt viele Veränderungen und Herausforderungen für die Eltern mit sich.
Plötzlich sind viele Dinge anders, es gibt schöne Momente, aber auch viele Momente, in denen sich Eltern unsicher, erschöpft und überfordert fühlen.
Eltern wollen gut für ihr Baby sorgen, sind aber manchmal hilflos und am Ende ihrer Kräfte.
Häufig entstehen diese Unsicherheiten, wenn das Baby wenig schläft, viel und lange schreit und sich nicht beruhigen lässt. Manche Babys trinken schlecht und nehmen nicht ausreichend an Gewicht zu, andere sind chronisch unzufrieden und wollen ständig getragen werden.
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Auch Kleinkinder können für Eltern sehr fordernd sein und ihr Verhalten kann dazu führen, dass diese sich große Sorgen machen oder überfordert fühlen.
Schwierig ist für Eltern oft, wenn ihr Baby oder Kind
• nur schlecht einschläft oder nicht durchschläft
• das Füttern und Essen schwierig ist, weil das Kind die angebotene Nahrung ablehnt oder sich nicht von Brust oder Flasche verabschieden möchte oder die Eltern sich sorgen, dass die aufgenommene Nahrungsmenge nicht ausreichend ist
• oft und heftig außer sich gerät und dabei anhaltend weint oder schreit, etwa wenn es etwas nicht bekommt oder schafft
• sich gegenüber anderen aggressiv verhält
• wenig zufrieden sein kann
• sich nicht oder nur sehr schwer von den Eltern lösen kann und stark klammert und dadurch die Eingewöhnung in Krippe oder Kindergarten schwierig ist
• über die Maße ängstlich ist
• sich nicht altersgerecht entwickelt und Eltern dadurch verunsichert und besorgt sind
Nicht immer sind sich Eltern in Erziehungsfragen einig, was zu Konflikten auf der Elternebene führen kann. Insbesondere für getrennte Eltern oder Alleinerziehende kann es oft schwer sein, gute Absprachen zu treffen.
Oft sind auch Eltern selbst psychisch belastet, fühlen sich erschöpft und kraftlos, was wiederum die Beziehung zu ihrem Kind belasten kann.
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Unter frühkindlichen Regulationsstörungen werden eine Reihe von Symptomen zusammengefasst, die sich auf Schwierigkeiten des Kindes beziehen, alterstypische Anpassungen und Entwicklungsaufgaben zu bewältigen.
Unter Regulationsfähigkeit versteht man die Fähigkeit des Kindes, sich in bestimmten Situationen, etwa wenn es müde, hungrig oder überreizt ist, wieder zu beruhigen. Ist die Regulationsfähigkeit, des Kindes nicht ausreichend, kommt es zu verschiedenen Verhaltensweisen, die für die Eltern oft sehr belastend sein können.
Hierzu zählen, insbesondere im
Säuglingsalter:
• exzessives Schreien
• Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafprobleme)
• Fütter- und Gedeihstörungen
im Kleinkindalter:
• exzessives Klammern
• exzessives Trotzen
• Trennungsangst
• oppositionelles Verhalten
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Was sind die Ursachen?
Die Ursachen dafür, dass ein Kind viel schreit, schlecht schläft oder schlecht isst, können sehr vielfältig sein. Das Temperament und der Reifezustand des Kindes, die psychische Befindlichkeit der Eltern, Stress in der Schwangerschaft oder vor und während der Geburt können dazu beitragen, dass sich Kinder nur schwer beruhigen können bzw. dass Eltern an ihre Grenzen stoßen.
Auch Konflikte in der Partnerschaft oder mit der Herkunftsfamilie sind oft sehr belastend und können dazu führen, dass Eltern sehr mit sich selbst beschäftigt sind und es im Umgang mit ihrem Baby zu Missverständnissen kommt. Manchmal fällt es den Eltern schwer, die Signale des Kindes zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, sodass Eltern und Baby in einen Teufelskreis geraten, der für beide sehr anstrengend und belastend sein kann.
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Was brauchen Eltern in solchen Situationen?
Wichtig ist es, ernst genommen zu werden. Die Wahrnehmung der Eltern ist zunächst entscheidend dafür, sich Unterstützung oder Hilfe zu holen. Wenn Sie also besorgt sind, das Gefühl haben, überfordert zu sein oder nicht mehr weiterwissen, holen Sie sich Hilfe und Rat!
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Wie ist die Vorgehensweise bei der Behandlung von frühkindlichen Regulationsstörungen?
Zunächst ist es wichtig, herauszufinden, wo genau Ihr Kind Schwierigkeiten hat bzw. welche Verhaltensweisen sie als beunruhigend oder problematisch empfinden.
Ein nächster Schritt ist es dann zu verstehen, warum sich ihr Kind so verhält und welche Möglichkeiten Sie als Eltern haben, ihr Kind zu unterstützen, sich in schwierigen Situationen besser regulieren zu können.
Auch ist es gut, zu schauen, ob ihr Kind evtl. Unterstützung braucht, um die weitere Entwicklung gut durchlaufen zu können. Hier kann eine Entwicklungsdiagnostik wertvolle Hinweise liefern, ob eine therapeutische Intervention (z. B. Logopädie, Ergotherapie oder Frühförderung) notwendig ist.
Eine Überlegung kann sein, was Sie als Familie entlasten kann, sei es in Form von Unterstützung im Haushalt, bei der Kinderbetreuung oder auch in Erziehungsfragen allgemein.
Grundsätzlich gilt es immer herauszufinden, was für die betreffende Familie gut und unterstützend ist. Das kann von Familie zu Familie sehr unterschiedlich sein.
Im Folgenden finden Sie einen Artikel aus der SZ zum Thema Schlafstörungen bei jungen Eltern: